Wissenswertes

Wie läuft eine Paartherapie ab?

Wenn Sie sich bei mir melden, biete ich Ihnen innerhalb der nächsten drei Wochen einen Termin an. Sofern beide Partner*innen bereit sind, an der Paartherapie teilzunehmen, kommen Sie zu diesem Termin gemeinsam. Ein Termin dauert etwa 90 Minuten.

Bei unserem ersten gemeinsamen Treffen schildern Sie mir, was Sie erreichen möchten. Wissen Sie noch nicht genau, wohin Sie möchten, begleite ich Sie beim Weg, das herauszufinden. Wichtig ist mir dabei, auch die Unterschiede in Ihren Wünschen nachzuvollziehen, anstatt vorschnell von einem gemeinsamen Ziel auszugehen.

Für viele meine Kundinnen und Kunden wirkt bereits das erste "Sortieren" entlastend.

Während der weiteren Gesprächen orientiere ich mich stets an Ihrem aktuellen Bedarf. So können Sie die Herausforderungen einbringen, die Sie gerade erleben. Zu Beginn jeder Sitzung besprechen wir, was heute für Sie zählt. Tauchen im weiteren Verlauf Themen auf, die besser im Rahmen von Einzelgesprächen thematisiert werden können, ist auch das möglich. Ich setze jedoch meist auf den direkten Austausch der beiden Partner*innen.

Tritt eine Krise auf, lässt sich der Sitzungsrhythmus erhöhen. Tritt eine deutliche Verbesserung ein, empfiehlt es sich häufig, den Abstand zu erhöhen.

Sie kommen, so lange Sie möchten.

Sollten Sie im Verlauf der Paartherapie feststellen, dass sie sich trennen möchten, dürfen Sie sich auch bei diesem Prozess begleiten lassen.

Vor allem gemeinsame Elternschaft während und nach der Trennung erleben viele Paare als herausfordernd. Gerne helfe ich Ihnen dabei, auszuhandeln, wie das gelingen kann.

André Dörfer im Therapieraum in der Wunnensteinstraße, Stuttgart-Ost.
André Dörfer im Paartherapieraum in der Wunnensteinstraße

Gelingendes Patchwork - mehr als nur Flickenteppich

In der Paarberatung erlebe ich regelmäßig, wie herausfordernd es sein kann, eine Beziehung zu führen, in der anstelle von Papa der Stiefvater zuhause wohnt.

Die Lebenssituationen dieser Familien sind vielfältig. Und doch prägen bestimmte Aspekte immer wieder den Alltag. So kann es sein, ...

  • ...dass eine/einer der Partner/Partnerinnen bemerkt, dass sie/er zu kurz kommt.
  • ...dass nicht jedes der Kinder damit einverstanden ist, dass die neue Partnerin/ der neue Partner im Alltag nun auch etwas zu sagen hat.
  • ...dass die Bewältigung der Trauer um ein verstorbenes Familienmitglied eine große Herausforderung für alle ist.
  • ...dass die aufgestellten Familienregeln mit dem Stiefelternteil nicht mehr so funktionieren wie zuvor.

Sie erleben diese Herausforderungen nicht, weil Sie etwas falsch gemacht hätten. Sondern die Situation als solche verlangt allen Beteiligten viel ab.

Ein Aspekt von Patchworkfamilien betrifft das, was der langjährige Paartherapeut Hans Jellouschek als "Jahreszeiten der Liebe" bezeichnet.

Paare, die zu Beginn ihrer Beziehung keine Kinder haben, können ihre Freiheit genießen und Unverbindlichkeit leben. Jellouschek bezeichnet diese Zeit als den "Frühling". Dann sind für viele Paare Ehe und Elternschaft die nächsten Schritte. Die Familienphase nennt er "Sommer".

Sind bereits Kinder auf der Welt, wenn man sich kennenlernt, wird es komplizierter. Der "Frühling" entfällt und man startet als frisch verliebtes Paar bereits mitten im "Sommer", denn mindestens eine/einer der Partner/Partnerinnen bringt bereits Kinder mit in die Beziehung. Diese Situation ist deutlich kniffliger.

Folgende Tipps können das Zusammensein als Patchwork-Familie erleichtern (die Namen sind frei erfunden):

  • Den Elternteil gibt es als Partnerin/Partner meist nur mit seinen Kindern. Auch wenn es schwierig zu akzeptieren ist, die Kinder gehen in der Regel vor.
  • Möglicherweise hat sich ein Partner bewusst für ihre/seine Kinderlosigkeit entschieden. Wenn Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner mit seinen Kindern unterstützen, ist das sehr freundlich. Es ist keine Selbstverständlichkeit! Wichtig ist dann, dass Sie einen Ausgleich für Ihren Einsatz erhalten. Das könnte zum Beispiel ein Nachmittag sein, an dem Sie sich ganz sich selbst und Ihrem Hobby widmen.
  • Ist der Elternteil verstorben, räumen Sie als Patchwork-Familie der Erinnerung an sie/ihn gerne inen festen Platz im Familienalltag ein!

Befinden Sie sich in dauerhaften und starken Konflikten mit Ihrem ehemaligen Partner/Ihrer ehemaligen Partnerin?

Es empfiehlt sich, diesen Konflikt aktiv zu klären. Gehen Sie auf die Suche danach, was Sie verletzt hat. Sprechen Sie es aus. Das erfordert viel Mut. Es kann jedoch dazu beitragen, dass Sie mit Ihrer/Ihrem neuen Partnerin/Partner in tieferen emotionalen Kontakt gehen können.

Wut auf die Ex-Partnerin/ den Ex-Partner kann auch mit Trauer über die gescheiterte Beziehung einhergehen. Schließlich hatten Sie es sich ursprünglich anders vorgestellt oder erhofft. Diese Trauer zu entdecken und damit umzugehen zeugt von großer emotionaler Stärke.

Erfreulicherweise gelingt es vielen Paaren nach einer stürmigen Phase aktiv neues Verhalten & neue Regeln zu etablieren, die den Alltag erleichtern. Dann mag es auch möglich sein, sich am Kind des anderen zu erfreuen.

Beratungsraum für Paartherapie in Stuttgart, gemütlicher Sessel und Grünpflanze
Finden Sie zu neuen Wegen innerhalb weniger Monate

Wo bleibt der Heiratsantrag?

Der erwartete und doch ausbleibende Heiratsantrag verletzt. Es steht einiges auf dem Spiel, wenn...

  • Luca eine monogame Beziehung will, Kim ihre Sexualität jedoch trotz der Beziehung zu Luca frei leben möchte
  • ...Jana sich wundert, wieso Klaus seit Jahren den ersehnten Heiratsantrag nicht macht.
  • ...Frieda ein Kind möchte, doch Karl bereits zwei Kinder aus erster Ehe hat. Für ihn ist "das Thema schon durch".

Dass Paare unterschiedliche Erwartungen haben, ist der Regelfall - auch bei diesem Thema. Manchmal wirkt es, als gäbe es keine Lösung.

Ich freue mich, dass es Paaren immer wieder auch gelingt, so schwierige Herausforderungen zu meistern. Gerne gebe ich weiter, was diese Paare gemacht haben, um ihre Krise zu überstehen.

Hilfreich ist nach meiner langjährigen Erfahrung, den eigenen Wünschen auf den Grund zu gehen. Wenn ich eine Idee habe, weshalb ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Geschichte eine monogame Beziehung oder die Elternschaft scheue, kann ich eine bewusste Entscheidung dafür oder dagegen treffen.

Diese aktive Entscheidung kann eine Veränderung sein. Sie kann aber auch eine Bestätigung des bisher eingeschlagenen Wegs sein. Bleibe ich bei meiner Wahl, kann ich diese nun bestimmter & mit mehr Seelenfrieden vertreten. Öffne ich mich für neues, habe ich bisher nicht gekannte Möglichkeiten.

Sehr hilfreich ist es, gemeinsam mit der eigenen Partnerin/ dem eigenen Partner über die jeweiligen Positionen ins Gespräch zu kommen. Es kommt vor, dass die Person, die auf Verbindlichkeit seitens Ihres Partners wartet, ihr eigenes Verhalten verändert & damit ihrer Partnerin/ihrem Partner dabei hilft, die eigene Scheu zu überwinden.

Nicht zuletzt ist es hilfreich, das Thema weiter miteinander zu verhandeln, bis eindeutig ist, ob sich an entgegengesetzten Positionen etwas verändern lässt. Bleibt es bei der Differenz, obwohl der Konflikt aktiv und konstruktiv angegangen wurde, fällt die Entscheidung leichter: Ist man bereit, die Beziehung auch unter diesen Umständen fortzuführen?

Zeigt sich, dass die unterschiedlichen Erwartungen weiterhin unversöhnlich nebeneinander stehen, heißt es, Abschied zu nehmen. Ein nicht gelebtes Leben (wie das als Eltern) erfordert in ähnlicher Weise Trauerbewältigung wie der Verlust einer nahestehenden Person. Und so gilt auch hier: Trauere ich in angemessener Weise, öffnet sich der Horizont neuer Möglichkeiten.

(Alle auf dieser Seite erwähnten Namen wurden geändert. Datenschutz ist für mich eine Selbstverständlichkeit).

Erkennen Sie sich in einer dieser Herausforderungen wieder? Oder bringen Sie Ihr ganz eigenes Thema mit? Schreiben Sie mir. Innerhalb von drei Wochen finden wir den ersten Termin.